Warum kluge Menschen unter Druck ihre Rolle spielen und wie ein einziges Foto das Kostüm fallen lässt.
Druck: Führen oder Funktionieren?

Druck: Führen oder Funktionieren?

Wann hast du zum letzten Mal unter Druck entschieden? Und was kam dabei raus?

Franziska Walther bildet Offiziere an der Hochschule der Bundeswehr aus. Menschen, die unter echtem Druck stehen. Ihr Werkzeug klingt zunächst seltsam: Fotografie.

Im KONTAKTBESCHLEUNIGER LIVE erklärt sie, warum kluge Menschen unter Druck zur Rolle greifen. Die Ursache liegt in alten Emotionen, die mit der Situation im Jetzt nichts mehr zu tun haben.

Deine Identität ist ein Einzimmerapartment. Vollgestellt mit alten Erfahrungen. Und das Fenster ist von außen schmutzig.

Der Schmutz auf der Scheibe: die Erwartungen von Kultur und Gesellschaft. Wer Führungskraft ist, glaubt, sich so verhalten zu müssen, wie die Rolle es vorgibt. Diese Kombination steuert jede Entscheidung. Wer da raus will, putzt erst mal Fenster.

Dann der Punkt, der vieles sortiert. Es gibt nur 2 natürliche Ängste: laute Geräusche und Fallen. Nur bei diesen beiden übernimmt der Körper automatisch.

Die Präsentation, das neue Projekt, die Businessentscheidung: da reagiert kein Instinkt. Da melden sich die alten Möbel aus dem Apartment.

Bin ich laut? Oder habe ich das Verhalten, laut zu sein?

Wer diese Frage ehrlich beantwortet, findet dahinter eine Story. Und eine Emotion, die bis heute den Auslöser drückt.

Genau da setzt Franziskas Methode an. Ihre Klienten beantworten Aufgaben mit Fotos. Was auf dem Bild landet, ist kein Zufall. Das Unterbewusstsein entscheidet, wann du abdrückst und welches Bild du auswählst.

Ein Beispiel aus ihrer Praxis: Eine Klientin sollte fotografieren, wie sich Liebe für sie anfühlt. Sie wählte einen Herzluftballon. Ihre Hand lässt ihn los. Und oben im Bild verläuft eine Linie.

Von mehreren Fotos nahm sie das einzige mit dieser Linie. Ihre selbst gesetzte Grenze, sichtbar gemacht. Gespräche hatten monatelang nichts bewegt. Am Tag nach dem Bild traf sie die Entscheidung.

Wenn die Emotion unten ist, ist die Intelligenz wieder oben.

Dafür gibt es eine Übung, die du heute testen kannst. Such in der Drucksituation etwas an deinem Gegenüber oder deinem Arbeitsplatz, das du noch nie bemerkt hast. Dieser suchende Blick aktiviert den präfrontalen Kortex und beruhigt den Rest.

Zum Training: 5 Fotos am Tag vom Besonderen im Alltäglichen. Nach 3 bis 4 Tagen wird dein Geist spürbar ruhiger. Oft merken es andere zuerst.

Wenn du merkst, dass du in Entscheidungen nur noch funktionierst, lass uns 20 Minuten sprechen. Bring eine konkrete Situation mit, in der du zuletzt unter Druck entschieden hast. Wir schauen gemeinsam, welches alte Programm da den Auslöser drückt.

Erstgespräch buchen